Bedeutung


Trotz - oder gerade wegen - seiner Einfachheit wurde Life auch bei Wissenschaftlern von sehr verschiedener Spezialisierung populär, denn es finden sich darin interessante Analogien zu vielen Fachgebieten:

Biologie (Life als Mikrokosmos, auf Zellebene: v.a. Ökologie, Populationsdynamik, Genetik und Verhaltensforschung)

Physik (Teilchen, Kräfte, Anfangswertprobleme)

Chemie (Energie und Materie)

Automaten- und Computertechnik (Life als Makrokosmos)

außerdem zur Ökonomie, Informatik, Mathematik, Elektronik u.v.m..
Life ist ein leicht verständliches und beinahe ideales Beispiel dafür, dass Design und Organisation spontan und in Abwesenheit eines gestaltenden Bewusstseins oder "Schöpfers" auftreten können. Die beim Spielen aufkommenden Fragen erinnern unwillkürlich an den ewigen Kampf zwischen Evolutions- und Schöpfungsanhängern, zwischen Darwinisten und Kreationisten.

Der amerikanische Philosoph und Bewusstseinforscher Daniel C. Dennett nutzte beispielsweise das Universum von Life zur Erklärung der möglichen Entstehungsprozesse des Bewusstseins oder des "freien Willens" in Abhängigkeit der ebenfalls ziemlich einfachen physikalischen Gesetze, welche in unserem realen Universum gelten.
Und Paul Rendell bewies, dass sich eine vollständige (wenn auch sehr langsame) Turingmaschine in Life konstruieren lässt.

Conway selbst sagte über seine Schöpfung mehr als 30 Jahre später:

"Mein kleines Life-Spiel ist insofern überraschend, als daß man ausgehend von den einfach Gesetzen nicht erwarten würde, Dinge in einer Art zweckmäßiger Bewegung zu finden..."

"Die Regeln meines Life Spiels sind winzig und trivial, und die Regeln des Universums (...) wir haben für tausende Jahre versucht sie zu verstehen, und sind noch nicht einmal ansatzweise fertig damit. Man kann also wirklich nicht zu viel erwarten. Aber schon diese kleinen trivialen Gesetze zeigen ein interessantes Verhalten (...)"

"Es hat einen wichtigen Punkt bewiesen: nämlich daß ein System wie dieses durchaus einige Eigenschaften des echten Universums haben kann. Auf gewisse Weise wurde sein Design auf sehr triviale Weise von der "echten" Biologie kopiert (...) und wurde demgemäß zu einer Art künstlichen Biologie."

Der Glider, das als erstes von dem Mathematiker Richard K. Guy gefundene "mobile" Objekt mit der Fähigkeit, sich diagonal über das Spielfeld zu bewegen, ist in den letzten Jahren zu einem allgemein akzeptierten Symbol für die Hacker-Kultur geworden. Seine Verwendung auf Webseiten oder auf T-Shirts drückt Zugehörigkeit oder zumindest Sympathie mit der Hacker-Philosophie bzw. der Open Source Community aus (z.B. Linux, GNU, perl u.a.). Der Glider war eine recht naheliegende Wahl: zum einen wurde er in etwa derselben Zeit "geboren" wie Unix oder das Internet. Außerdem mögen Hacker das Game of Life...

Hintergrund